Derzeit geht der ehemalige Finanzminister juristisch gegen das Satiremagazin Titanic vor. Lindner ist nicht der Erste, der das versucht.

Wo liegen die Grenzen des guten Humors? Alle paar Monate stellt sich aus gegebenem Anlass die Frage, was Satire darf, und was eben auch nicht. Dieses Mal geht es um Christian Lindner und Franca Lehfeldt: Der frühere FDP-Politiker hat eine Anwaltskanzlei eingeschaltet, um gegen das Satiremagazin Titanic vorzugehen.
Grund dafür ist das Cover der Ausgabe im Januar. Darauf titelte die Titanic: „Baby-Glück im Eimer. Es wird ein Low Performer! Lindner stellt Eilantrag zur Abschaffung von §218.“ Das Bild zeigt den Ex-Finanzminister mit seiner schwangeren Frau, der ehemaligen Journalistin Lehfeldt. Dazu das gefälschte Ultraschallbild eines Babys nebst einem nach unten verlaufenden Liniendiagramm.
„Die Redaktion freut sich, wenn sich Ruheständler nicht langweilen müssen.“
Während das Titelbild für Titanic-Leser eine offensichtlich satirische Auseinandersetzung mit Lindners Politik der vergangenen vier Jahre darstellt, hört für den ehemaligen FDP-Fraktionsvorsitzenden der Spaß an dieser Stelle offenbar auf. Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet, hat das Ehepaar bereits eine Unterlassungsaufforderung verschickt.
„Es handelt sich um eine haltlose und auch beleglose falsche Unterstellung einer vorsätzlichen Abtreibung werdenden Lebens“, zitiert die Zeitung den Medienanwalt Christian Schertz, der die beiden vertritt. Zudem sei es eine „menschenverachtende Darstellung“. Daher habe die Titanic es zu unterlassen, die Titelseite der Januar-Ausgabe weiterzuverbreiten oder verbreiten zu lassen.
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