Im Norden des Gazastreifens steht kein Stein mehr auf dem anderen, es droht eine Hungersnot und die israelische Regierung erwägt die Vertreibung aller Gaza-Bewohner.
(Foto: picture alliance / SIPA)
Die israelische Regierung verfolgt im Kampf gegen die Hamas einen immer ungnädigeren Kurs. Vergeblich hat die Bundesregierung versucht, auf eine Mäßigung hinzuwirken. Als wahrer Freund Israels muss Deutschland den Druck auf die Netanjahu-Regierung erhöhen - um die Heimstatt der Juden zu schützen.
Jüngst hat die israelische Regierung angekündigt, die Kontrolle über den Gazastreifen wieder vollständig übernehmen zu wollen. Gleichzeitig spielen Mitglieder der Regierung öffentlich mit dem Gedanken, die Bevölkerung dort nicht nur in den Süden zu verdrängen, sondern ganz aus dem Streifen zu migrieren. Dies und das immer dramatischere Leid der Zivilbevölkerung sorgen für große internationale Unruhe auch bei Unterstützern Israels.
Der gegenwärtige Krieg in Gaza hat eine lange, komplexe Vorgeschichte, in der keiner der Akteure gänzlich ohne Verantwortung ist. Dennoch ist unstrittig: Der Terrorangriff der Hamas vom 7. Oktober war in seiner Art und Brutalität beispiellos. Der Schock und das wiedererweckte Trauma der Vernichtung, die er in der israelischen Bevölkerung ausgelöst hat, fordern unser tiefes Verständnis. Israels Recht auf Selbstverteidigung und der Versuch, die militärische Bedrohung durch die Hamas zu neutralisieren, sind daraus folgend legitim.
Doch ebenso offensichtlich ist, dass jeder Krieg nach Kriegsrecht, nach den Regeln des humanitären Völkerrechts geführt werden muss - jenen Normen, die sich die Weltgemeinschaft gegeben hat, um im Grauen des Krieges ein Mindestmaß an Menschlichkeit zu bewahren und insbesondere Zivilisten zu schützen.

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